Mai 21

Einen Hörsturz erkennen

auch bekannt als:

"Ohrinfarkt" oder "Plötzliche Schallempfindungsstörung"

Die Deutsche Tinnitus-Liga und die S1-Leitlinie zum Hörsturz veröffentlichen ganz unterschiedliche Angaben, wie viele Menschen in Deutschland jährlich einen Hörsturz erleiden. Die Zahlen schwanken zwischen 150.000 Betroffenen und 160-400 Fällen pro 100.000 Einwohner:innen.

Prinzipiell können alle Altersgruppen an einem Hörsturz erkranken. Statistisch sind jedoch besonders Personen um das 50. Lebensjahr betroffen. 

Ursachen Hörsturz

Die genauen Ursachen eines Hörsturzes sind noch nicht abschließend geklärt. Höchstwahrscheinlich wird dieser durch Durchblutungsstörungen im Innenohr ausgelöst. Diese können die Folgen von Stress oder Wirbelsäulenproblemen (z.B. durch ein so genanntes „Schleudertrauma“) sein. Ebenso können Blutdruckschwankungen, ein Schlaganfall oder ein Typ-2-Diabetes die Durchblutung im Innenohr hemmen.


Weitere Ursachen, die diskutiert werden, könnten beispielsweise Virusinfektionen (z.B. Influenza, Masern oder Herpes) oder bakterielle Infektionen (z.B. Mittelohrentzündung) sein, die mit Schädigungen oder entzündlichen Verletzungen des Innenohr einhergehen. Aber auch ein zu hoher Cholesterinspiegel oder regelmäßiger Nikotinkonsum werden als Risikofaktoren eingestuft.

Symptome Hörsturz

  • einseitige Schwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung
  • akuter Tinnitus
  • scheinbar einseitiger Schwindel
  • dumpfes Gefühl im Ohr (wie Watte/ Ohrstöpsel im Ohr)
  • evtl. Kopfschmerzen, keine Ohrenschmerzen

Behandlung Hörsturz

Ein Hörsturz wird in Fachkreisen nicht mehr als Notfall, sondern als Eilfall eingestuft. Das heißt, wenn Sie an einem Freitagabend Symptome eines Hörsturzes feststellen, können Sie in der Theorie bis Montagmorgen warten, um den:die HNO Ihres Vertrauens aufzusuchen. Dennoch sollten Sie auf Ihren eigenen Körper hören und die Entscheidung, wie schnell sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, natürlich für sich selbst entscheiden.


Die Spontanheilungsrate liegt bei ca. 50%, was bedeutet, dass im Durchschnitt bei der Hälfte aller Erkrankungen die Symptome innerhalb von 24 bis 48h abklingen. Halten diese jedoch an, werden durchblutungsfördernde Medikamente verschrieben. Ebenso sollten Sie besonders auf viel Ruhe und Entspannung achten.


In manchen Fällen heilt ein Hörsturz nicht vollkommen aus. Dadurch können sich Symptome dauerhaft verhärten (z.B. eine Hörminderung). Wird bei Ihnen in Folge eines Hörsturzes eine Schwerhörigkeit festgestellt, vereinbaren Sie bei uns einen Termin für einen kostenlosen Hörtest. Wir beraten Sie gern und begleiten Sie bei all Ihren weiteren Fragen!

Prävention Hörsturz

Um das Risiko einer Durchblutungsstörung im Innenohr zu minimieren, achten Sie besonders darauf, langfristig Übergewicht, hohe Blutfettwerte und erhöhte Blutdruckwerte zu reduzieren.


Dabei hilft Ihnen

  • eine gesunde, ausgewogene und zuckerreduzierte Ernährung (z.B. eine pflanzenbasierte Ernährung)
  • regelmäßige Bewegung

  • mehr Zeit für Entspannung

  • ein konsequenter Verzicht auf Nikotin

  • der Genuss von Alkohol nur in Maßen

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